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Symbolbild: Pressearbeit der Diakonie Bayern

Diakonie in Bayern für die Presse

Die Medien sind wichtige Gesprächspartner für die Diakonie in Bayern, die sie kritisch und konstruktiv begleiten. Gleichzeitig ist die Diakonie im Freistaat eine wichtige Ansprechpartnerin, wenn es um fundierte sozialpolitische Positionen, aber auch um Ansprechpartner und -partnerinnen in den Einrichtungen und Diensten geht.

Die Pressestelle des Landesverbandes steht den Mitarbeitenden der Medien darum jederzeit für Anfragen zur Verfügung.

Meldungen 2017

Hoffnung geben, wo Menschen leben

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Tag der Bahnhofsmission

Den Mann, der auf dem Bahnsteig mit seiner Taschenlampe in den Mülleimer leuchtet auf der Suche nach Pfandflaschen oder die Frau, die in abgerissener Kleidung lamentierend in der Bahnhofshalle steht - beide gehören zur Lebenswirklichkeit deutscher Bahnhöfe und sind kaum zu übersehen im hektischen Treiben der ankommenden und abreisenden Fahrgäste. An wenig anderen Ort kommen sich Menschen aus der Mitte der Gesellschaft sowie ausgegrenzte und benachteiligte Menschen so nah, wie am Bahnhof. Trotzdem bleibt der persönliche Kontakt, die menschliche Begegnung die Ausnahme.


„Hoffnung geben, wo Menschen leben“ lautet das Motto zum Tag der Bahnhofsmission am 22. April, an dem die kirchlichen Hilfeeinrichtungen an den Bahnhöfen dazu einladen, diese Grenze zu überwinden. Bundesweit mehr als 70 Stationen der Bahnhofsmission werden den Tag nutzen, um über ihre Arbeit zu informieren, Begegnungen zu ermöglichen und für Unterstützung zu werben.

„Ich bin obdachlos und mittellos. Da ist es sehr hilfreich, dass es die Bahnhofsmission gibt.“ Dieser Gast einer Bahnhofsmission erlebt durch den Kontakt mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Hoffnung. Hoffnung, die ihm hilft, den Alltag zu bewältigen. Wie ihm geht es vielen Gästen der Bahnhofsmissionen. 50 Prozent leben von einem Einkommen erheblich unter der Armutsgrenze, fast jeder Vier-te hat keine eigene Wohnung. Die Bahnhofsmissionen sind damit Anlaufstellen nicht nur für Reisende mit Assistenzbedarf, sondern in steigendem Maße auch für sozial benachteiligte Menschen. Dazu Christian Bakemeier, Bundesgeschäftsführer der Bahnhofsmission in Berlin: „Unsere Gäste schätzen unsere Stationen als Schutz- und Rückzugsräume, in denen sie vorbehaltlose und respektvolle Begegnungen erleben. Ermöglicht wird dies besonders durch das beeindruckende Engagement unserer bundesweit fast 2.000 ehren-amtlichen Kolleginnen und Kollegen. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Die Bahnhofsmissionen wollen den Tag der Bahnhofsmission auch nutzen, um neue Ehrenamtliche für ihre soziale Arbeit zu gewinnen. Dies geschieht in enger Partnerschaft mit der Deutsche Bahn Stiftung, die für die Aktivitäten und Aktionen insgesamt 30.000 Euro zur Verfügung stellt. Geplant sind Chorauftritte, Kinderspielaktionen, Fotoausstellungen, Buf-fets; Infostände, Gottesdienste und vieles mehr.

Regionale Veranstaltungen zum Tag der Bahnhofsmission

Mit einer Andacht in der Bahnhofshalle eröffnen in Celle die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BM den Tag der Bahnhofsmission und laden anschließend zu einem Sozialbrunch ein. Ein All you can eat-Buffet, bei dem die Gäste, die sich sonst nicht viel leisten können, für zwei Euro einmal voller Genuss zugreifen können. Zum Abschied erhalten sie ein Geschenk, das Hoffnung geben soll: ein Marienkäfer mit Glückscent auf einem Kleeblatt als symbolischer Hoffnungsträger.


In Flensburg öffnet die Bahnhofsmission ihre Räume für einen „Tag der offenen Tür“, während die Kollegen in Bochum an ihrem Infostand zu einem Mal- und Gedichtwettbewerb auffordern. Auch in Husum lädt die Bahnhofsmission zu einer Besichtigung ihrer Räume ein. Vorab feiert sie mit Besuchern und Reisenden und unterstützt durch einen Posaunenchor einen vielstimmigen Gottesdienst auf dem Bahnsteig.


In Schwerin begleitet ein Fotograf im Vorfeld drei Wochen lang die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterder Bahnhofsmission, um ihre Arbeit – und auf Wunsch auch die Gäste - im Bild festzuhalten. Dabei entsteht eine Ausstellung, die am Tag der Bahnhofsmission feierlich eröffnet wird. Das musikalische Rahmenprogramm dazu übernimmt eine Jugendmusikgruppe.
In Hagen gibt es einen Stand auf dem Bahnhofsvorplatz. Hier gibt es Infos zur Geschichte der örtlichen Bahnhofsmission und Waffeln für das aktuelle leibliche Wohl. Auf kleinen Zetteln können Reisende und Hagener Bürgerinnen und Bürger ihre Hoffnungen aufschreiben, um sie am Ende des Tages an bunten Luftballons hoch in den Himmel steigen zu lassen.

 

In München, wo die Bahnhofsmission seit 120 Jahren aktiv ist, wird es in der Schalterhalle einen Infostand und Livemusik geben. Dazu bieten die Kollegen die typische Verpflegung an: Schmalz- und Margarinebrote mit Tee. Bei einer spannenden Rallye können Kinder die Bahnhofspolizei und die Sicherheitszentrale des Bahnhofs besuchen und in eine ICE-Lok klettern. Am Nachmittag gibt es dann zur Feier des Tages in den Räumen der Bahnhofsmission noch Kaffee und Kuchen für Gäste und Besucher.

 

In Halberstadt hat sich unter dem Motto „Hoffnung geben, wo Menschen leben“ ein breites Bündnis zusammen gefunden. Neben der Bahnhofsmission sind der Betreiber des privat geführten Bahnhofs, eine Kirchen-gemeinde sowie die Schulen und Kindergärten der Umgebung mit im Boot. Um alle unter ein Dach zu bekommen, wird hier der Tag der Bahnhofsmission etwas später, nämlich am 11. Mai, gefeiert. Er beginnt mit einem Kindergottesdienst in der Bahnhofshalle und mündet in einem Kinderfest mit Holzeisenbahn und vielen Spielmöglichkeiten.

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Wir sind die Zukunft!

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Diakonie Bayern sammelt für die Kinder- und Jugendhilfe

Nürnberg/München 22.03.2017 Mit einem gemeinsamen Besuch eines  Ausbildungsbetriebes für Jugendliche haben der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel, sowie Bayerns Sozialministerin Emilia Müller auf die Frühjahrssammlung der bayerischen Diakonie aufmerksam gemacht. „Die Wirtschaftslage ist gut – aber leider profitieren nicht alle Jugendlichen davon“, so Bammessel anschließend vor der Presse. Das läge jedoch nicht am mangelnden Angebot, vielmehr bräuchte eine steigende Zahl von Jugendlichen zusätzliche Unterstützung - etwa die der Diakonie. Die Frühjahrssammlung 2017 beginnt am 27. März und dauert bis zum 2. April.

Beim traditionellen Rollentausch von Diakoniepräsident und Sozialministerin anlässlich der Sammlungseröffnung arbeiteten Bammessel und Müller in der Ausbildungsdruckerei der „Jungen Arbeit“  mit, einem Angebot der berufsbezogenen Jugendhilfe.

Bammessel betonte anschließend, es mangele nicht an den geeigneten  Ausbildungsplätzen. Vielmehr benötige ein Teil der jungen Menschen individuelle und vor allem passgenaue Unterstützung jenseits standardisierter Maßnahmen. „Wenn wir nicht wollen, dass tausende Jugendliche ohne Berufsausbildung in ihr Erwachsenenleben starten, brauchen wir Angebote wie die berufsbezogene Jugendhilfe.“ Etwa, weil belastende Faktoren wie Drogen oder Suchterfahrungen die Ausbildung gefährdeten, oder weil absehbar sei, dass ohne entsprechende Unterstützung eine Ausbildung überhaupt nicht möglich sei.

Bammessel: „Hier werden jungen Migrantinnen und Migranten Sprachkenntnisse vermittelt, aber auch Jugendlichen aus einem deutschen Elternhaus sogenannte Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit und Verlässlichkeit, die – aus den unterschiedlichsten Gründen – im Elternhaus nicht gelernt wurden.“ Vermittelt werden die Jugendlichen in der Regel von Institutionen wie dem Jugendamt, der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter, die erkennen, dass die Betreffenden entweder sozial benachteiligt sind oder ein individueller Förderbedarf vorliegt.

Im vergangenen Jahr haben sich Bammessel zufolge über 81.000 junge Menschen um einen Ausbildungsplatz beworben. Etwa 74.000 von ihnen haben auch einen Platz bekommen – knapp 8.000 Jugendliche konnten allerdings keine Ausbildung antreten. Bammessel: „Das sind knapp 10 Prozent – ein halbes Prozent oder anders gesagt, etwa 500 Personen mehr als noch im Jahr 2015.“ Dies belege die Notwendigkeit von Angeboten wie die der berufsbezogenen Jugendhilfe.

Die Mittel der Frühjahrssammlung 2017, die vom 27. März bis zum 2. April in ganz Bayern stattfindet, kommen unter anderem den Angeboten der bayerischen Diakonie für Flüchtlinge zugute. Im vergangenen Jahr belief sich das Ergebnis der Frühjahrssammlung auf knapp 700.000 Euro.

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Sozialwahlen 2017

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Gemeinsamer Aufruf von Landesbischof, Diakoniepräsident und Synodalpräsidentin

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und ihre Diakonie haben in einem gemeinsamen Aufruf, der in den kommenden Wochen an alle Mitarbeitenden versandt wird, für die Beteiligung an den Sozialwahlen geworben. Wie es in dem Aufruf von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Diakoniepräsident Michael Bammessel und Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel heißt, gehörten "die Selbstverwaltung unseres Sozialversicherungssystems zu den Errungenschaften und Strukturprinzipien der Bundesrepublik Deutschland als Sozialstaat."

 

"Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und ihre Diakonie anerkennen ausdrücklich die Arbeit der sozialen Selbstverwaltung. Die sozialen Sicherungssysteme sorgen für Solidarität und sozialen Frieden gerade in einer Zeit steigender Ausgaben, Niedrigzinsen und politischer Vorgaben." 

 

Zunehmendes soziales Ungleichgewicht sei eine Hypothek, vor allem zu Lasten der nachfolgenden Generationen. Solidarität und Gerechtigkeit gehörten zum Kern christlicher Ethik. Darum sei die Zukunft der sozialen Sicherung ein zentrales Thema der gesellschaftspolitischen Debatte. Vor allem müsse der „besondere Schutz für Kranke, Alte, Schwache und Benachteiligte gewahrt bleiben“.

 

Die Wahlunterlagen selbst werden im Zeitraum vom 25. April bis 11. Mai zugeschickt. Sobald die Unterlagen vorliegen, kann man seine Stimme abgeben. Am 31. Mai ist Stichtag – bis dahin muss der Brief zurückgesandt werden. Bis zu diesem Tag werden bei allen gesetzlichen Sozialversicherungsträgern die Selbstverwaltungsparlamente neu gewählt. Rund 51 Millionen Versicherte wählen so ihre Vertreter und Vertreterinnen in die höchsten Gremien der Selbstverwaltung der Deutschen Rentenversicherung Bund und Saarland sowie von sieben Ersatzkassen.

 

Den vollständigen Aufruf finden Sie im Internet unter:
http://www.bayern-evangelisch.de/downloads/ELKB-Brief-Aufruf-Sozialwahlen2017.pdf

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Hausärzteverband tritt Hospiz- und Palliativbündnis bei

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Diakonie: Begleitung Sterbender ist große Gemeinschaftsaufgabe

München, 21. Februar 2017 – Als erste ärztliche Berufsvertretung ist der Bayerische Hausärzteverband heute dem Bayerischen Hospiz- und Palliativbündnis (BHPB) beigetreten.

 

Dr. Dieter Geis, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes: „Patienten gerade in der letzten Phase ihres Lebens ärztlich zu begleiten und bestmöglich zu versorgen, ist für uns Hausärztinnen und Hausärzte eine Herzensangelegenheit. Der Bayerische Hausärzteverband unterstützt deshalb seit langem Kooperationen, wie unter anderem mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, um die Fort- und Weiterbildung von Hausärzten und Hausärztinnen im Bereich der Palliativmedizin sicherzustellen. Als neues Mitglied im Bayerischen Hospiz- und Palliativbündnis sehen wir außerdem eine gute Möglichkeit, sich durch das gemeinsame Auftreten aller Bündnispartner gegenüber Politik und Kostenträgern noch besser für den weiteren Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung in Bayern einzusetzen.“

 

Michael Bammessel, Präsident des Diakonischen Werks Bayern: „Um wirklich allen Menschen ein Sterben in Würde und ohne Angst vor Schmerzen zu ermöglichen, sind weitere Anstrengungen notwendig. Die Begleitung Sterbender ist eine große Gemeinschaftsaufgabe.“ Er begrüßte deshalb nachdrücklich den Beitritt des Hausärzteverbands zum Bündnis, zu dessen Gründungsmitgliedern die Diakonie gehört.

 

Dr. Erich Rösch, Geschäftsführer des Bayerischen Hospiz- und Palliativbündnisses: „Wir freuen uns sehr, bei diesem wichtigen Themen den Bayerischen Hausärzteverband an unserer Seite zu haben. Gerade die Hausärztinnen und Hausärzte sind bei der medizinischen Betreuung von Patienten in der letzten Lebensphase von großer Bedeutung, da sie diese Menschen und deren familiäres sowie soziales Umfeld oft seit Jahren oder gar Jahrzehnten kennen. Vor allem in der Palliativbetreuung ist Menschlichkeit der entscheidende Faktor.“

 

Das Bayerische Hospiz- und Palliativbündnis ist ein Zusammenschluss bayernweiter Träger der Versorgung und setzt sich unter anderem für ein Rahmenkonzept der allgemeinen und spezialisierten ambulanten und stationären Hospiz- und Palliativversorgung in Bayern ein und fordert den Aufbau einer flächendeckenden Versorgung mit Palliative Care-Angeboten und deren Vernetzung mit vorhandenen örtlichen Strukturen und Gegebenheiten. Mitglieder des BHPB sind bereits der Landes-Caritasverband Bayern, die Diakonie Bayern, der Landesverband Bayern der Arbeiterwohlfahrt, die Bayerische Krankenhausgesellschaft, das Bayerisches Rotes Kreuz, der Landesverband Bayern des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, der Fachverband evangelische Altenhilfe und der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern.

 

Der Bayerische Hausärzteverband ist mit knapp 6.000 Mitgliedern der mitgliedsstärkste Landesverband des Deutschen Hausärzteverbandes. Er vertritt die berufspolitischen und wirtschaftlichen Interessen der Hausärztinnen und Hausärzte in Bayern gegenüber der Politik, der Öffentlichkeit, den Kassen sowie in den Körperschaften und gegenüber anderen Verbänden.

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„Sie hat ein Herz für den sozialen Auftrag der Kirche“

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Diakonie gratuliert Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel

Nürnberg, 15.02.2017 „Bei ihr hat die Diakonie einen Stein im Brett“ – gewissermaßen von Präsident zu Präsidentin würdigt Michael Bammessel, Präsident der Diakonie Bayern, Annekatrin Preidel. Im Namen der bayerischen Diakonie gratuliert er der Präsidentin der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) zum ihrem 60. Geburtstag am kommenden Freitag.

 

 

Bammessel, selbst seit 2002 Mitglied der Landessynode, sagte heute in Nürnberg, er schätze die Biologin Preidel als „verlässliche Partnerin in der Synode“. „Sie hat ein Herz für den sozialen Auftrag der Kirche. Gerade auch der gemeinsame Einsatz von Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen vor Ort für ärmere Menschen ist ihr ein Anliegen“, so Bammessel. Das habe man beispielsweise bei ihrem Engagement für die „f.i.t.-Initiative“ gemerkt, bei der Kirche und Diakonie gemeinsame neue Projekte zugunsten von Menschen in Armut entwickelt haben. Aber auch bei Äußerungen der Synode zu anderen Themen, wie etwa dem Wort „Alter neu sehen“ im Frühjahr 2015 in Bad Wörishofen,, habe Preidel immer auch die Diakonie im Blick.

Die Erlangerin Annekatrin Preidel ist seit 2014 Präsidentin der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, deren gewählte und berufene Kirchenmitglieder für wichtige Entscheidungen in kirchlichen Angelegenheiten verantwortlich sind. 108 Ordinierte (also Pfarrerinnen und Pfarrer) und Nicht-Ordinierte üben diese ehrenamtliche Leitungsfunktion jeweils für sechs Jahre aus. Für die Synodalperiode 2014 bis 2020 hat sich die Landessynode im März 2014 in Bayreuth neu konstituiert. Preidel war zuvor bereits Mitglied der EKD-Synode sowie der Synode der VELKD

 

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Kinderarmut, Pflegestärkungsgesetz, Flüchtlingspolitik:

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Jahrespressekonferenz der Diakonie Bayern

Nürnberg, 6. Februar 2017 Gleich mehrere sozialpolitische „Brocken“ hat die Diakonie in Bayern heute auf ihrer Jahrespressekonferenz thematisiert. Im Mittelpunkt standen die Kinderarmut, die trotz guter Konjunkturdaten zunimmt, die Schwierigkeiten bei der Umsetzung des neuen Pflegestärkungsgesetzes sowie die Aberkennung von Ausbildungserlaubnissen für junge Flüchtlinge.

Über 1.7 Millionen Kinder waren laut Eurostat im Jahr 2015 von Armut betroffen – ein Anstieg um knapp 200.000 im Vergleich zum Jahr 2006. Darunter sind laut Sozialbericht der Bayerischen Staatsregierung auch über 140.000 Kinder aus dem Freistaat. „Wenn bei guter Gesamtentwicklung die Kinderarmut trotzdem steigt, dann ist etwas faul im Staate Deutschland“, so der Präsident der bayerischen Diakonie, Michael Bammessel, heute vor der Presse. Ihm zufolge leistet die Solidargemeinschaft zwar sehr viel für Kinder. Allerdings, so Bammessel, sei die Höhe der finanziellen Förderung jeweils abhängig von der Erwerbssituation der Eltern und damit auffallend ungleich. „Es darf nicht sein, dass Kinder von Wohlhabenden stärker gefördert werden als die von Geringverdienern.“ So werde etwa das Kindergeld mit der Grundsicherungsleistung verrechnet, so dass Kindergelderhöhungen an in Armut lebenden Kindern und Jugendlichen vorbeigehen.

Bammessel forderte darum erneut eine Anpassung der Grundsicherung für Kinder: „Für die Bildung ist in der Bedarfsberechnung 2017 ein monatlicher Betrag von 1,40 Euro vorgesehen. Dafür kann man gerade einmal einen Bleistift kaufen“, so Bammessel. Weiterhin müssten die Zugänge zu den Förderungsleistungen erleichtert werden. „Nur 40 Prozent alle Berechtigten nehmen das Bildungs- und Teilhabepaket überhaupt in Anspruch. Für den überwiegenden Teil der Betroffenen sind die Vorschriften offensichtlich zu kompliziert.“ Auf lange Sicht, so Bammessel, müsse eine eigenständige Kindergrundsicherung eingeführt werden. „Die bisherigen Leistungen werden darin zusammengefasst, und jedes Kind hätte dann einen Anspruch in Höhe von 585 Euro. Die tatsächliche Auszahlungshöhe hängt letztlich vom Einkommen der Eltern ab.“ Dass so viele Kinder in Deutschland in Armut aufwüchsen, dürfe die Gesellschaft jedenfalls nicht ruhen lassen, so Bammessel.

 

 

Bessere Ausbildungschancen für junge Flüchtlinge die bereits länger hier leben,  fordert die bayerische Diakonie vom Bayerischen Staatsministerium des Innern. „In vielen Fällen können junge Flüchtlinge eine berufliche Ausbildung nicht aufnehmen, weil das Bayerische Innenministerium das Integrationsgesetz zu rigide auslegt“, so das zuständige Vorstandsmitglied Dr. Tobias Mähner. Im Herbst war ein entsprechender Vollzughinweis des Ministeriums an die Ausländerbehörden ergangen. In der Folge erhielten viele geduldete Flüchtlinge keine Zustimmung zu Ausbildungsverträgen, obwohl sie bereits berufsvorbereitende Maßnahmen durchlaufen und einen Ausbildungsbetrieb gefunden hatten. Damit würden, so Mähner, die Bemühungen von Lehrer/-innen, Betrieben und Ehrenamtlichen konterkariert. Mähner: „Das viele Geld, das in die Integrationsbemühungen investiert wurde, wird durch die Abschiebepolitik des Freistaats in den Sand gesetzt.“

 

Deutliche Anlaufschwierigkeiten sieht Bayerns zweigrößter Wohlfahrtsverband schließlich bei der Umsetzung des neuen Pflegestärkungsgesetzes (PSG II). Wie Sandra Schuhmann, seit 1. Januar 2017 neu im Vorstand der Diakonie, feststellte: „Bei der Einstufung von Pflegebedürftigen in die neuen Pflegegrade sind Fehler gemacht worden. Nun haben unsere Einrichtungen rechnerisch einen Personalüberhang, der nicht finanziert werden kann. Andere Bewohner/-innen müssen mehr zahlen als vorher, obwohl ihnen ein Besitzstand aus der Zeit vor dem PSGII zugesichert worden war.“

Zudem seien die Kosten, die mit der Einführung der neuen Regelungen insbesondere im ambulanten Bereich verbunden sind, nicht refinanziert. „Die Schulung unserer Mitarbeitenden, die Beratung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen – all das geht zu Lasten der Träger.“

Reibungsverluste seien bei der Umsetzung einer Gesetzesreform zwar nachvollziehbar. Dennoch forderte Schuhmann insbesondere von den Kassen, dass die Anlaufschwierigkeiten bei der Umsetzung schnellstmöglich beseitigt werden sollten.

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Wir fördern ehrenamtliche Hilfe zur Integration

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Der Diakonie-Wettbewerb 2017

Nürnberg, 30. Januar 2017. Die Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft steht im Mittelpunkt des diesjährigen Diakonie-Wettbewerbs. Ab dem 1. Februar 2017 können sich die Mitglieder der Diakonie Bayern mit entsprechenden Projekten bewerben. Zu gewinnen gibt es Geldpreise im Gesamtwert von 4.500 Euro. Der Wettbewerb steht unter dem Motto „Hier kommst Du an“.

 

Für eine Bewerbung kommen viele Aufgabengebiete in Frage: z. B. ehrenamtliche Initiativen zur Sprachförderung und zur Vermittlung von alltagspraktischen Kompetenzen, ehrenamtliche Hilfen für Flüchtlinge bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, bei Behörden- und Ämtergängen, Kultur- und Bildungsangebote, Freizeitmaßnahmen, soziale und kirchliche Angebote für Flüchtlinge, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, Nachbarschaftsinitiativen und internationale Cafés. Die Projekte können in der Gemeinde, im Ortsteil oder auch regional übergreifend verankert sein. Besonders preiswürdig sind solche Initiativen und Projekte, die von nachweislich großem und erfolgreichem ehrenamtlichen Engagement getragen werden und eine besonders gute Vernetzung vor Ort erreichen. Die genauen Teilnahmebedingungen finden Sie hier.

 

Die Ausschreibung richtet sich an alle über 1.300 Mitglieder des Diakonischen Werkes Bayern, z. B. Kirchengemeinden, Diakonievereine, diakonische Träger oder Einrichtungen. Gesucht werden ehrenamtliche Initiativen, die integrative Flüchtlingshilfe leisten und ein wirkliches Ankommen von Flüchtlingen in unserer Gesellschaft ermöglichen.

 

Der erste Preisträger erhält 2.000 Euro, gespendet vom Versicherer im Raum der Kirchen. Der Zweitplatzierte bekommt 1.500 Euro, die von der CURACON Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gesponsert werden. Der dritte, mit 1.000 Euro dotierte Preis wird von der Evangelischen Bank finanziert.

 

Bewerbungen sind bis zum 31. Mai 2017 möglich. Die Preisträger werden im Rahmen der Mitgliederversammlung des Diakonischen Werkes Bayern in Nürnberg am 19. Oktober 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Für Rückfragen und weitere Informationen steht Dr. Leonie Krüger, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im Diakonischen Werk Bayern, gerne zur Verfügung (Tel.: 0911 93 54 207, email: krueger(at)diakonie-bayern(dot)de).

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Vorstand der Diakonie Bayern komplett.

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Sandra Schuhmann als Fachvorständin eingeführt.

Nürnberg, 26. Januar 2017 In einem Festgottesdienst mit anschließendem Empfang in der Nürnberger Kirche St. Jakob wird heute Sandra Schuhmann als Fachvorständin des Diakonischen Werkes Bayern eingeführt. Schuhmann tritt die Nachfolge von Birgit Löwe an, die das Diakonische Werk Bayern nach über 17 Jahren Vorstandstätigkeit im Herbst 2016 verlassen hatte. Mit Sandra Schuhmann ist der Vorstand des zweitgrößten bayerischen Wohlfahrtsverbandes wieder komplett.

 

Die 1973 in Nürnberg geborene Schuhmann wechselt vom Bezirksverband Mittel- und Oberfranken des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) zur Geschäftsstelle der bayerischen Diakonie in der Pirckheimerstraße. Beim BRK leitete Schuhmann das Sozialreferat, zuvor war sie für eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung der Nürnberger Stadtmission verantwortlich. Schuhmann hat an der Evangelischen Hochschule Nürnberg Sozialpädagogik studiert und den Masterstudiengang Sozialmanagement absolviert.

 

In ihrer neuen Funktion verantwortet Sandra Schuhmann unter anderem die Bereiche Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe, Altenhilfe sowie die Internationale Diakonie (Brot für die Welt/Katastrophenhilfe). Neben ihr gehören dem Vorstand der Diakonie Bayern der Präsident der bayerischen Diakonie, Pfarrer Michael Bammessel, sowie Dr. Tobias Mähner als 2. Vorstand an.

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„Einsatz für die Diakonie auf allen Ebenen“.

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Otto Bayreuther tritt in den Ruhestand

Nürnberg, 13.01.2017 Nach mehr als 30 Jahren bei der Diakonie tritt Otto Bayreuther, zuletzt Geschäftsführer der Diakonie Selb-Wunsiedel, in den Ruhestand. Er wird am kommenden Sonntag mit einem Festgottesdienst in Selb verabschiedet. Michael Bammessel, Präsident des Diakonischen Werkes Bayern, würdigte Bayreuther für sein hohes Engagement für die Diakonie.

 

„Otto Bayreuther hat die Arbeit der Diakonie in Nordostoberfranken maßgeblich mitgestaltet und mit innovativen Angeboten ausgebaut, war sich aber auch nie zu schade dafür, in den diversen überregionalen Gremien mitzuarbeiten.“ Als Beispiel nannte Bammessel das Aufsichtsgremium der Diakonie Bayern, den Diakonischen Rat, dem Bayreuther sechs Jahre angehörte und den Verwaltungsrat der Evangelischen Zusatzversorgungskasse. Hier war Bayreuther zehn Jahre Mitglied. „Für Otto Bayreuther war auch bei der stetig wachsenden Verantwortung immer entscheidend, was die Menschen vor Ort brauchen. Ich habe ihn schätzen gelernt als einen bodenständigen Diakoniker, der zugleich immer für das christliche Profil der Diakonie eingestanden ist“, so Bammessel.

 

Der 63-jährige Bayreuther war seit 1992 Geschäftsführer der Diakonie Selb-Wunsiedel, einem diakonischen Träger mit etwa 200 Mitarbeitenden. Das relativ junge diakonische Werk entstand erst 1974 als Zusammenschluss verschiedener diakonischer Einrichtungen, unter anderem auch in Marktredwitz. Heute ist das Diakonische Werk Selb-Wunsiedel in unterschiedlichsten sozialen Bereichen tätig. Schwerpunkte sind neben der Altenhilfe verschiedene Beratungsangebote. So gibt es beim Diakonischen Werk in Selb eine Fachstelle für Pflegende Angehörige und mit EDE ein eigenes Programm zur Unterstützung von Angehörigen Demenzkranker. Seine Tätigkeit bei der Diakonie hatte Bayreuther 1985 in Hof begonnen.

 

Das Diakonische Werk Selb Wunsiedel wird zukünftig von einer Doppelspitze geführt. Bereits im Sommer 2017 wurde Siglinde Janke in die Geschäftsführung berufen, Hannes Kohrhammer wird am 1. Februar seinen Dienst als Geschäftsführer antreten.

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Ihr Kontakt

  • Titel
    Pressesprecher
    Vollständiger Name
    Daniel Wagner
    Firma
    Diakonisches Werk Bayern e.V.
    Adresse
    Postfach 120320
    Postleitzahl
    90332
    Stadt
    Nürnberg
    Telefonnummer
    0911 9354-205
    Mobiltelefonnummer
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    Faxnummer
    0911 9354-215
    E-Mail-Adresse
    wagner(at)diakonie-bayern(dot)de