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Symbolbild: Pressearbeit der Diakonie Bayern

Diakonie in Bayern für die Presse

Die Medien sind wichtige Gesprächspartner für die Diakonie in Bayern, die sie kritisch und konstruktiv begleiten. Gleichzeitig ist die Diakonie im Freistaat eine wichtige Ansprechpartnerin, wenn es um fundierte sozialpolitische Positionen, aber auch um Ansprechpartner und -partnerinnen in den Einrichtungen und Diensten geht.

Die Pressestelle des Landesverbandes steht den Mitarbeitenden der Medien darum jederzeit für Anfragen zur Verfügung.

Meldungen 2016

Rot und voller Lebensfreude

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Ausstellung „Kunst trotz(t) Handicap“ in Nürnberg

Nürnberg, den 8.6.2016 Die Ausstellung der Diakonie Deutschland „Kunst trotz(t) Handicap“ wird vom 15. Juni bis 14. Juli 2016 in Nürnberg gezeigt, an drei verschiedenen Orten: in St. Egidien, im „eckstein“ – Haus der Kirche und in der Geschäftsstelle des Diakonischen Werkes Bayern. Sie lädt dazu ein, eigene (Vor-)Urteile, Ansichten und Einstellungen zu überprüfen und die Vielfalt, Qualität und Besonderheit von Kunst kennen zu lernen, die von Menschen mit körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen geschaffen wurde.

 

„Kunst trotz(t) Handicap“ – der Titel ist Programm: Kunst lehnt sich auf gegen Behinderung, Einschränkung und Beeinträchtigung. Kunst von Menschen mit Behinderung ist Kunst, d. h. sie fordert den gleichen Stellenwert in der Gesellschaft ein wie die Kunst von nichtbehinderten Menschen. Sie hat zugleich ein spezifisch Eigenes und eine besondere Qualität, die von der Art der Beeinträchtigung der Künstler/innen bestimmt wird.

 

Das Titelbild des Katalogs von Aurel Arens „rot/petrol“ (2007) strahlt Kraft, Lebensfreude und Energie aus. Aurel Arens arbeitet im Atelier der Pflege- und Lebensgemeinschaft in Wuppertal. Aus dieser und weiteren 20 Ateliers in ganz Deutschland stellte Kurator Andreas Pitz die Ausstellung zusammen und ergänzte sie um Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die nicht behindert sind, sich jedoch mit dem Thema beschäftigen. So entstand eine inklusive Ausstellung, die einen Beitrag zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention leisten möchte und auch zum kritischen Nachdenken über den Begriff der ‚Inklusion‘ anregt.

 

Die Ausstellung in Nürnberg wird ergänzt um Werke von regionalen Künstler/innen mit Behinderung, die in der Künstlergruppe Chroma Omada und in der WerkStadt Lebenshilfe Nürnberg gGmbH entstanden sind. Diese Bilder werden im „eckstein“ gezeigt.

 

Die Ausstellung wird am 15. Juni 2016 um 18.00 Uhr  mit einer Vernissage in St. Egidien eröffnet. Im Anschluss dazu führt Kurator Andreas Pitz durch die Ausstellung.

 

 

Die weiteren Öffnungszeiten der Ausstellung vom 15.6. bis 14.7.2016:

 

St. Egidien, Egidienplatz, Altstadt Nürnberg:

täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr

 

„eckstein“ – Haus der Kirche, Burgstraße 1-3, 90403 Nürnberg:

Mo-Fr von 9 Uhr bis 20 Uhr

Sa von 9 Uhr bis 17 Uhr

 

Diakonisches Werk Bayern, Pirckheimerstraße 6, 90408 Nürnberg:

Mo-Fr 9-12 Uhr und Mo-Do 13.30 bis 16 Uhr

Besucherinnen und Besucher werden gebeten, sich an der Pforte zu melden.

 

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum umfangreichen Rahmenprogramm finden Sie hier:

 

http://www.diakonie-bayern.de/kampagnen-messen-veranstaltungen/ausstellung-kunst-trotzt-handicap-vom-156-bis-1472016-in-nuernberg.html

 

sowie unter

 

www.kunst-trotzt-handicap.de

 

Weitere Informationen erhalten Sie außerdem im

 

Diakonischen Werk Bayern

Dr. Leonie Krüger

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

Pirckheimerstraße 6

90408 Nürnberg

Tel.: 0911 9354-207

E-Mail: krueger(at)diakonie-bayern(dot)de

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Anlaufstelle für immer mehr Menschen in Armut aus Osteuropa

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Große Herausforderung für die Bahnhofsmissionen in Bayern

Nürnberg, 8. Juni 2016 Sie haben keine Bleibe, kein Geld, kein Essen: viele Osteuropäer, die in der Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben nach Bayern kommen, stranden in der Bahnhofsmission. So war die Arbeit in den kirchlichen Anlaufstellen im vergangenen Jahr mancherorts nicht nur geprägt von der Flüchtlingswelle. „Sehr zu schaffen machte manchen Bahnhofsmissionen die Not von Zuwandernden aus dem osteuropäischen Ausland“, so Hedwig Gappa-Langer und Michael Frank von der Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern, denn „hier kommen die Mitarbeitenden in vielen Fällen spürbar an ihre Grenzen.“

Insgesamt fast 250 000 Mal nahmen Hilfesuchende 2015 die unbürokratische Unterstützung der 13 Bahnhofsmissionen in Bayern in Anspruch, teilen die katholi schen und evangelischen Einrichtungen in einer Presseinformation mit. Die 320 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden erbrachten fast 470 000 Hilfeleistungen. Darunter waren neben der Ausgabe von Notproviant knapp 56 500 materielle Hilfen, darunter Ersatzkleidung. Das ist gegenüber dem Vorjahr noch einmal eine Steigerung um acht Prozent. Jeder dritte Gast ist laut Statistik von Armut betroffen.

Mittellosigkeit ist zwar nicht nur ein Problem der zugewanderten Gäste. Für Hedwig Gappa-Langer, zuständige Referentin beim Frauenfachverband IN VIA Bayern e.V., zeichnet sich hier eine bedenkliche Entwicklung ab: „Auffallend ist, dass immer mehr Männer und Frauen aus Südosteuropa kommen, die sich in einer existentiellen Notlage befinden.“ Sie sprechen kein Deutsch, haben keinen Job, keine Unterkunft und ihr Anspruch auf Hilfen ist unklar und wird in der Rechtsprechung unterschiedlich bewertet. Nicht wenige sind krank, psychisch belastet und leben inzwischen hier auf der Straße – manchmal sogar mit ihren Familien, bestätigen die Leitungen der Bahnhofsmissionen vor Ort. „Es hat sich eine neue Obdachlosigkeit entwickelt“, sagt Anita Dorsch von der Nürnberger Station, „die meisten tragen das, was sie haben, auf dem Leib.“ Das Frustrierende dabei: „Es gibt kaum Möglichkeiten zu helfen und wenig zu beraten.“ Einen vorübergehenden Schlafplatz vermitteln, auf eine Kleiderkammer verweisen oder bei der Rückreise ins Heimatland helfen – mehr geht meist nicht. 

 

Das ist auch in Augsburg so, wo sich die Bahnhofsmission zu einer Art „Überlebensinsel“ für neu zugewanderte EU-Bürger entwickelt hat. „Unsere Anlaufstelle ist für sie so wichtig, weil sie von den anderen Hilfesuchenden toleriert werden, sich treffen und in Ruhe neue Kraft tanken können“, sagt Lisa Hagins vom Diakonischen Werk.  Fast jede(r) zweite Hilfesuchende hier hat mittlerweile Migrationshintergrund. Sogar Familien mit kleinen Kindern sind dabei, „sie wohnen im Auto, sehen aber trotzdem keinen Anreiz in ihre Heimat zurückzukehren“, so Dagmar Kunkel-Epple, Leiterin der Augsburger Einrichtung. Das gilt besonders auch für Angehörige ethnischer Minderheiten aus diesen Ländern.

War ihr früheres Leben schon von Armut und Ausgrenzung gekennzeichnet, sind die Perspektiven auch in Deutschland alles andere als rosig – nicht zuletzt, weil „sich keiner verantwortlich fühlt und hinschaut“, bedauert Susanne Mai vom Diakonischen Werk Regensburg und evangelische Leitung der Bahnhofsmission: „Wir haben es mit mittellosen Menschen zu tun, die nichts zurück zieht und die einfach nicht weiter wissen.“ Viele kommen mit völlig unrealistischen Vorstellungen oder werden mit falschen Versprechungen hergelockt und in prekären Arbeitsverhältnissen ausgebeutet, ergänzt Anton Stadler, Geschäftsführer von IN VIA Regensburg und katholischer Leiter der Einrichtung.

Hilfe wird dringend benötigt, die Möglichkeiten sind jedoch stark begrenzt. „Die Armutsmigration vornehmlich aus Osteuropa bedarf politischer Lösungen. Solange es diese nicht gibt, arbeiten wir mit Blick auf die betroffenen Menschen an improvisierten Notlösungen mit hohem persönlichen Aufwand ohne wirkliche Perspektiven“, sagt Michael Lindner-Jung, Chef der Würzburger Einrichtung. Etwas Entlastung bieten in verschiedenen Städten Projekte, die aus dem „Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten von Armut betroffenen Personen“ (EHAP) gefördert werden. Grundsätzlich müsse aber der Gesetzgeber für rechtliche Klarheit sorgen, findet Lisa Hagins aus Augsburg: „Die unterschiedlichen Entscheidungen des Bundessozialgerichtes und der verschiedenen Landessozialgerichte sorgen für Unklarheiten und Unsicherheiten in der Beratung. Hier schuldet der Staat nicht nur den Betroffenen, sondern auch den Beratungsstellen mehr Klarheit. Denn Unklarheit führt zu Ausgrenzung.“

Zusammenfassend stellen Hedwig Gappa-Langer von IN VIA Bayern e.V. und ihr Kollege Michael Frank vom Diakonischen Werk Bayern fest, dass die wachsenden Armutsprobleme in Deutschland und Europa die Arbeit der Bahnhofsmissionen stark bestimmen.
Als niedrigschwellige Einrichtung am zentralen Ort Bahnhof sind die kirchlichen Dienste in der Regel erste und oft auch letzte Anlaufstelle für Hilfesuchende. Sie versuchen zu helfen, wo andere Einrichtungen die Menschen oft nicht mehr erreichen. Menschen in Not wenden sich in ihrer Perspektivlosigkeit vor allem auch an die Bahnhofsmissionen, dort wo für sie andere Angebote fehlen. „Auch wenn Bahnhofsmissionen es als ihre Aufgabe sehen in jeder Hinsicht und für alle humanitäre Hilfe zu leisten, ist dies nicht ganz spannungsfrei. Zum einen weil manche Einrichtungen aufgrund ihrer räumlichen und personellen Situation einen größeren Zulauf kaum bewältigen können. Zum anderen aber auch, weil weiterführende Hilfeangebote nicht vorhanden sind.“

 

Anderen, oft Älteren, Menschen mit Behinderung oder Familien mit Kindern, stehen die Mitarbeitenden mit Umsteigehilfen und Begleitangeboten im Zug zur Seite. Rund 38 000 einzelne Hilfen rund um das Bahnfahren haben die bayerischen Bahnhofsmissionen für Menschen unterwegs geleistet, ein weiteres „Kerngeschäft“ der Bahnhofsmissionen.

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Ausgrenzung statt Integration.

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Diakonie Bayern sieht nach wie vor gravierende Mängel beim bayerischen Gesetzesvorhaben.

Nürnberg, 31.05.2016 Die Diakonie Bayern sieht weiterhin starken Überarbeitungsbedarf beim geplanten Integrationsgesetz der Bayerischen Staatsregierung. „Die fundierten Stellungnahmen der Diakonie und anderer Verbänden haben enttäuschend wenig Beachtung gefunden. Es steht zwar Integration drauf – aber es ist Ausgrenzung drin“, sagte der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel, heute in Nürnberg. Wer die willkürliche Kontrolle fremdländisch aussehender Menschen etwa vor dem Besuch einer Badeanstalt in Gesetzesform gieße, fördere nicht die Integration, sondern verstärke die Ausgrenzung.

Bammessel zufolge konzentriere sich das geplante Gesetz zu stark auf Sanktionen für vermeintliche Vergehen von Flüchtlingen. „Für ein Integrationsgesetz ist erstaunlich wenig über die Förderung von Integration darin enthalten.“  Hinzu kämen zahlreiche unbestimmte Rechtsbegriffe. Bammessel „Einige Passagen werden sich darum weder als alltagstauglich noch als vor Gericht haltbar erweisen.“ Er forderte die Staatsregierung daher auf, den Gesetzesentwurf noch einmal zu überarbeiten und dabei auch die Fachkompetenz der Institutionen einzubeziehen, die sich tagtäglich mit der Integration beschäftigen. „Dazu gehören auch der Integrationsbeauftragten und die Mitglieder des Integrationsrats der Staatsregierung, deren Meinung zwar angehört, aber nicht berücksichtigt wurde.“

Positiv vermerkt der Diakoniepräsident, dass es gegenüber dem ursprünglichen Entwurf nun weniger Einschränkungen beim Schulbesuch von Kindern in den Erstaufnahmeeinrichtungen gebe. An anderen Stellen habe die Staatsregierung jedoch in keiner Weise auf die Problemanzeigen der Diakonie reagiert. So ergeben sich für die Träger von Kinderbetreuungseinrichtungen aus dem geplanten Gesetz nach wie vor massive Finanzierungsschwierigkeiten. Sie sollen laut Entwurf zur Sprachförderung verpflichtet werden können, wenn die Sprachkenntnisse der Flüchtlingskinder nicht für einen Schulbesuch ausreichen. Bammessel: „Es ist völlig klar: Die erfolgreiche Vermittlung von Sprachkenntnissen für Flüchtlingskinder ist mit der bisherigen Personal- und Mittelausstattung nicht zu schaffen.“ Wer so etwas in ein Gesetz hineinschreibe, müsse auch sagen, wie das finanziert werden soll. „Diese Aufgaben den Einrichtungen ohne zusätzliche Mittel aufzubürden, sorgt nicht nur für Frustration bei allen Beteiligten, sondern kann auf lange Sicht sogar gefährlich werden – wenn die unterschiedlichen Interessenslagen in einer Einrichtung gegeneinander ausgespielt werden.“

Dass die Integration in Bayern selbst einen gesetzlichen Rahmen erhalten soll, begrüßte Bammessel hingegen ausdrücklich. Dies gelte etwa für die Migrationsberatung, deren staatliche Unterstützung nun auch gesetzlich verankert werden soll. „Wir stellen bereits jetzt einen steigenden Bedarf fest, dem nun durch entsprechende Haushaltsansätze Rechnung getragen werden muss.“

Der Entwurf eines bayerischen Integrationsgesetzes war Ende Februar 2016 im bayerischen Kabinett beschlossen worden. Nach einer Verbändeanhörung soll es nun am 1. Juni in den Landtag eingebracht werden.

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Wer Menschen beistehen will, muss manchmal auch kämpfen können.

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Diakoniepräsident Michael Bammessel wird 60

Nürnberg, 31.5.2016 Als „tief im Glauben verwurzelter, streitbarer Anwalt für die Menschen“ hat Heiner Götz, der Vorsitzende des Diakonischen Rates, Michael Bammessel gewürdigt. Der Präsident des zweitgrößten bayerischen Wohlfahrtsverbandes feiert am 1. Juni seinen 60. Geburtstag.

„Insbesondere in der Diskussion um die Asyl- und Flüchtlingspolitik wird die Diakonie im Freistaat deutlich wahrgenommen. Das hat sie auch Michael Bammessel zu verdanken, der sich immer wieder für diese Menschen einsetzt. Dabei ist ihm die christliche Nächstenliebe besonders wichtig“, so Götz weiter. Bammessel scheue sich nicht, der Staatsregierung auch ein diakonisches „So nicht“ entgegenzuhalten, wenn es notwendig sei.

Auch für die Pflege habe sich die bayerische Diakonie unter Bammessel immer wieder eingesetzt. „Wenn in Bayern für die Pflege auf die Straße gegangen wird, ist der Diakoniepräsident in der Regel an vorderster Front dabei.“

Verbandspolitisch spielen für Bammessel insbesondere das Arbeitsrecht – der sogenannte „Dritte Weg“ - sowie die Frage der kirchlichen Zugehörigkeit von Mitarbeitenden der Diakonie eine Rolle. „Bammessel sucht das Gespräch mit allen Seiten – mit den Gewerkschaften und den Mitarbeitendenvertretungen ebenso wie mit den Trägern der Diakonie in Bayern. Dabei handelt er stets im Interesse der bayerischen Diakonie.“ Auch darum würden sich die Mitglieder von ihm gut vertreten wissen.

Bammessel, der in Neuendettelsau, Tübingen und Erlangen Theologie studierte, hat das Amt des Diakoniepräsidenten im Sommer 2011 von Ludwig Markert übernommen. Zuvor war er Stadtdekan in Nürnberg. Als Präsident der Diakonie vertritt er über 1.300 Träger mit mehr als 3.000 Einrichtungen und mehr als 86.000 Mitarbeitenden. Bammessel ist zudem Mitglied der Landessynode der ELKB sowie Mitglied in verschiedenen Gremien der Diakonie auf Bundesebene.

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Pflegekräfte demonstrieren für bessere Arbeitsbedingungen

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Bayernweite Kundgebung aller großen Wohlfahrtsverbände in Nürnberg am 12.5., dem Tag der Pflege

Nürnberg, 3. Mai 2016 „Die Pflege ist einer der schönsten Berufe überhaupt. Wir sind nicht damit einverstanden, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch schlechte Rahmenbedingungen immer weiter in die Enge getrieben werden.“ So begründet Michael Groß von der Nürnberger Caritas, warum die Wohlfahrtsverbände Arbeiterwohlfahrt, Bayerisches Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie und der Paritätische erneut gemeinsam zu einer Demonstration am Tag der Pflege aufrufen. Unter dem Motto „Wir pflegen Bayern!“ werden am 12. Mai 2016 von 15.30 bis 17.00 Uhr Pflegekräfte aus ganz Bayern unübersehbar und lautstark in Nürnberg auf die Straße gehen.

 

„Wir, die wir in der Pflege arbeiten, müssen selbst für unsere Anliegen eintreten, denn sonst tut das niemand für uns“, betont Groß als Sprecher der Organisatoren. Die Unzufriedenheit der Pflegekräfte mit Politik und Kranken- bzw. Pflegekassen sei groß. Zu schleppend gingen diese auf die Beschwerden der Pflegenden ein. Das Leiden unter Zeitmangel und zu viel Dokumentationsaufwand begleite die Pflege nun schon seit vielen Jahren. „Es ist ein Zeichen unserer wirklich guten Zusammenarbeit, dass alle großen Wohlfahrtsverbände in Bayern gemeinsam an diesem Tag auf die Straße gehen“, so die Organisatoren.

 

Wesentlicher Grund für die Demonstration am Internationen Tag der Pflege ist der nach wie vor zu schlechte Personalschlüssel sowohl in der stationären wie der ambulanten Pflege. Die gegenwärtig vorgeschriebene Relation von Pflegekraft zu Pflegebedürftigen erzeuge einen zu hohen Zeitdruck auf das eingesetzte Personal. „Letztlich Abhilfe schaffen können hier nur Politik und Kassen gemeinsam. Doch sie agieren aus Kostengründen viel zu zögerlich“, moniert Groß, der Geschäftsführer des Caritasverbandes Nürnberger Land ist. Viele Probleme, die in der Pflege auftreten, entstehen auf Grund des defizitären Personalschlüssels. Dabei haben die Kassen momentan Milliardenüberschüsse, und mehr Geld würde die Situation in der Pflege fühlbar entspannen.“ Auch die Bevölkerung, die auf die Versorgung ihrer pflegebedürftigen Angehörigen angewiesen sei, trage Verantwortung, durch Druck auf die Politik für bessere Bedingungen zu sorgen.

 

Die Wohlfahrtsverbände kritisieren auch, dass die Politik stationäre und ambulante Pflege immer gegeneinander ausspiele. Nötig sei ein gutes Gesamtangebot mit beiden Hilfeformen. „ambulant UND stationär. Für Vielfalt in der Pflege“ lautet daher eine Parole der Demonstration. Dem Unvermögen von Politik und Kassen halten die rund 11.500 Pflegekräfte in Mittelfranken selbstbewusst entgegen: „Ohne uns sieht die Altenpflege alt aus!“ Sandra Schuhmann, amtierende Sprecherin der Bezirksarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege, betont die hohe fachliche Qualität der Pflegekräfte. Auf deren Kompetenz seien die pflegebedürften Menschen in Deutschland und ihre Angehörigen dringend angewiesen. „Modelle, etwa mit Hauswirtschaftshelferinnen eine 24-Stunden-Versorgung sicherzustellen, funktionieren ja nur, weil gut ausgebildetes hiesiges Pflegepersonal hohe Standards bei den pflegerischen Kernaufgaben garantiert.“ 

 

Trotz aller Schwierigkeiten im Alltag ist es den Veranstaltern besonders wichtig, die Attraktivität des Berufsbildes hervorzuheben. „Es gibt wenige Berufe, in denen man so viel Wertschätzung und Dankbarkeit von den Menschen zurückerhält wie in der Pflege“, sagen Michael Groß und Sandra Schuhmann unisono. „Obwohl die Altenpflege in der öffentlichen Meinung oft abgewertet wird, ist sie einer der schönsten Berufe überhaupt.“ Daher wirbt die Demonstration mit dem Aufruf: „Neue Pfleger* braucht das Land – und Pflegerinnen auch!“

 

Die Demonstration am Tag der Pflege beginnt um 15.30 Uhr am Hallplatz in Nürnberg. Dort begrüßt Michael Groß im Namen der Veranstalter die Teilnehmer und eröffnet die Kundgebung. Anschließend zieht ein Demonstrationszug durch die Innenstadt zur Lorenzkirche. Dort wird eine Altenpflegerin von ihrer Situation berichten, anschließend spricht der Bayerische Patienten- und Pflegebeauftragte Hermann Imhof. Für gute Laune sorgen wird der bekannte mittelfränkische Kabarettist Bernd Händel. Zur Verabschiedung spricht Sandra Schuhmann als Sprecherin der mittelfränkischen Wohlfahrtsverbände. Pflegekräfte, Pflegebedürftige, deren Angehörige und Interessierte aus ganz Bayern sind herzlich eingeladen.

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Diakonie Bayern beteiligt sich am Boys‘Day

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Mach es wahr

Nürnberg, 25. April 2016 Diakonie ist weiblich? Auf den ersten Blick scheint es so: Soziale Berufe werden überwiegend von Frauen ausgeübt, sei es in der Pflege, sei es in Einrichtungen der Kinderbetreuung. Das, findet auch die Diakonie in Bayern, soll nicht so bleiben. Auch sie beteiligt sich deswegen am BoysDay am 28. April, dem „Jungen-Zukunftstag“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

 

Im Mittelpunkt des Boys’Day stehen Jobs mit einem Männeranteil von 40 Prozent und weniger. Dazu gehören traditionell auch pflegerische und pädagogische Berufe. Jungs, die jetzt wissen wollen, wieviel Erzieher in ihnen steckt, können dies beispielsweise in Roth, Bayreuth oder München erproben. Erfahrungen in der Pflege können sie etwa in Polsingen, Pegnitz oder Michelau machen.

 

Neben der Berufserkundung können die Schüler am Boys’Day auch an pädagogischen Workshops teilnehmen. Hier geht es beispielsweise um männliche Rollenbilder, die Vielfalt der Lebensentwürfe und um die Frage, ob das Modell des männlichen Alleinverdieners nicht längst überholt ist. Seit 2011 haben schon mehr als 164.000 Jungen an rund 25.000 Boys’Day-Angeboten teilgenommen. Der Name für den Jungen-Zukunftstag wurde in Anlehnung an den Mädchen-Zukunftstag gewählt. Dieser wurde im Jahr 2001 anhand einer kleinen Umfrage unter 10 – 15-jährigen Mädchen in Schulklassen und Mädchen-Treffs gewählt. Girls'Day war der eindeutige Favorit. Entsprechend wurde für den Jungen-Zukunftstag 2010 der Name Boys'Day beschlossen.

Eine vollständige Liste der beteiligten diakonischen Einrichtungen findet sich im Internet unter www.diakonie-bayern.de/macheswahr

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Nach dem Erdbeben in Ecuador

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Nothilfe der Diakonie Katastrophenhilfe läuft an

 

Nürnberg/Berlin/Quito, 18.04.2015 — Nach dem schweren Erdbeben in Ecuador am Samstagabend (Ortszeit) ist die Soforthilfe der Diakonie Katastrophenhilfe angelaufen. Während Bergungsmannschaften weiter nach Überlebenden suchen und Tote bergen, verteilen die Partner der Diakonie Katastrophenhilfe vor Ort Hilfsgüter. 50.000 Euro Soforthilfe sind bereit gestellt. Das Geld wird unter anderem zur Versorgung der Erdbebenopfer mit Trinkwasser und Hygiene-Sets verwendet. Auch die Diakonie Bayern unterstützt die Hilfen in dem lateinamerikanischen Land und bittet die Kirchengemeinden um Unterstützung.

 

Nach Angaben der Regierung sind mindestens 272 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 2.068 Menschen seien verletzt worden. Landesweit sind zentrale Straßen beschädigt und gesperrt, was die Versorgung der Verletzten und vom Zusammensturz ihrer Häuser Betroffenen erschwerte. Besonders schwer ist die Küstenprovinz Manabí betroffen.

 

Am Mittwoch werden auch Mitarbeiter der Diakonie Katastrophenhilfe in Lateinamerika in Ecuador eintreffen und die Hilfe weiter koordinieren.

 

Außerdem agiert die Diakonie Katastrophenhilfe innerhalb des weltweiten kirchlichen Netzwerks ACT Alliance (Action by Churches Together). In diesem Netzwerk sind viele Kompetenzen vereint: ob es um den Aufbau und die Betreuung von Notunterkünften geht, um sauberes Trinkwasser und Seuchenvorsorge oder um die Verteilung von Hilfsgütern bis hin zur psychosozialen Unterstützung.

 

Ecuador liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. Kontinental- und Ozeanplatten stoßen aufeinander. Erdstöße sind keine Seltenheit. Um die Anfälligkeit der Bevölkerung gegenüber Naturkatastrophen zu verringern, hat die Diakonie Katastrophenhilfe in den vergangen Jahren in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen mehrere Katastrophenvorsorge-Projekte betreut. Ziel der Projekte war unter anderem Notfall- und Evakuierungspläne zu erarbeiten sowie in einigen Orten und Gemeinden Katastrophenpräventionskomitees aufzubauen.

 

Auch diesmal wird die Diakonie mit Partnern vor Ort kooperieren. In Deutschland ist Caritas International der wichtigste Kooperationspartner, um die Hilfe in dem katholisch geprägten Land direkt an die Betroffen weiter zu reichen.

 

Das Diakonische Werk Bayern bittet gemeinsam mit der  Diakonie Katastrophenhilfe um Spenden auf das gemeinsame Konto in Berlin

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin, Spendenkonto 502 502 Evangelische Bank, BLZ 520 604 10

IBAN: DE6852 0604 1000 0050 2502

BIC: GENODEF1EK1. Stichwort: Erdbeben in Ecuador

online: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

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Phantasievolle Golfschläger, Schülerbeine, Blumenzwiebeln, Sängerkehlen und Holzbohlen

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Fundraising-Preis der bayerischen Landeskirche wird am 18. April verliehen

Fünf besonders gelungene Fundraising-Aktionen werden mit dem Fundraising-Preis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ausgezeichnet. Im Rahmen der Tagung der Landessynode werden Regionalbischöfin Gisela Bornowski und Diakoniepräsident Michael Bammessel als Vertreter der Jury am 18. April 2016 in Ansbach die Preise überreichen.

 

Den mit 5.000 Euro dotierten 1. Preis erhält die Jugendbildungsstätte Neukirchen für das Projekt „Arche 2020“, mit dem es gelang, regionale Unternehmen nicht nur zu Geld- und Sachspenden zu motivieren, sondern auch zum Mitbauen an einem Veranstaltungsraum in Form einer Arche. Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit profilierte sich die Jugendbildungsstätte gleichzeitig mit ihrem Angebot. (Kontakt: Patricia Goldbach-Keim, patricia.goldbach-keim(at)elkb(dot)de, www.jubi-neukirchen.de)

 

Die Initiative „Dir werd ich helfen!“ aus Schwabach erhält den 2. Preis (4.000 Euro) für die Unterstützung der Generalsanierung der Stadtkirche St. Martin. Ihr gelang es, die Kirche als „Herz der Stadt“ in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Mit Benefizkonzerten und zahlreichen anderen Ideen konnte in sechs Jahren fast eine Million Euro an Spenden aus der Stadtbevölkerung und von Firmen gewonnen werden. (Kontakt: Pfr. Dr. Paul-Hermann Zellfelder, paul.zellfelder(at)stmartin-schwabach(dot)de , www.dirwerdichhelfen.org)

 

Der 3. Preis mit 3.000 Euro geht an die Aktion „Luther blüht!“ der Kirchengemeinde Oberviechtach: Ein aus Tulpenzwiebeln gepflanztes Porträt des Reformators verschaffte der Gemeinde in der oberfränkischen Diaspora viel öffentliche Aufmerksamkeit, einen intensiven ökumenischen Austausch über die Reformation und ein erhöhtes Spendenaufkommen für die Sanierung des Kirchendachs der Auferstehungskirche. (Kontakt: Pfr. Harald Knobloch, pfarramt.oberviechtach(at)elkb(dot)de , www.oberviechtach-evangelisch.de)

 

Über den mit 2.000 Euro dotierten 4. Preis kann sich die Paul-Gerhardt-Schule in Kahl am Main freuen. Seit 2001 findet der 10-Stunden-Lauf der evangelischen Schule statt, der jährlich ca. 30.000 Euro einspielt und nicht nur Schüler- und Lehrerschaft, Eltern und Ehemalige mobilisiert, sondern auch außerhalb der Schule zahlreiche Unterstützer hat. (Kontakt: Klaus Käfer, kkaefer(at)pgs-kahl(dot)de , www.pgs-kahl.de)

 

An das Minigolfturnier „archecup“ des Diakonischen Werks Rosenheim geht der 5. Preis über 1.000 Euro. Mit der jährlichen Durchführung gelingt es, Sport und Unterhaltung zu verknüpfen mit einem diakonischen Arbeitsbereich, dem die Startgelder und Spenden zu Gute kommen. (Kontakt: Helmut Franke, helmut.franke(at)elkb(dot)de , www.diakonie-rosenheim.de)

 

Der Fundraising-Preis der bayerischen Landeskirche und dem Diakonischen Werk Bayern war nach 2007 zum zweiten Mal ausgeschrieben worden. Organisiert vom landeskirchlichen Kompetenzentrum Fundraising hatte eine Experten-Jury unter Vorsitz von Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel als Schirmherrin 58 Bewerbungen aus ganz Bayern gesichtet und die Preisträger ermittelt.

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Berichterstattung über freiheitsbeschränkende Maßnahmen im BR

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Stellungnahme des Fachverbandes Evangelische Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie (FEBS) e.V. im Diakonischen Werk Bayern

Nürnberg, 6.4.2016  Wie die „Zeit“ und der „Bayerische Rundfunk“ berichten, entspricht es in der Tat der momentanen Praxis, dass für freiheitsbeschränkende Maßnahmen in Heimen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung die Einwilligung der Eltern ausreichend und kein gesonderter gerichtlicher Beschluss notwendig ist.

Der FEBS e.V. tritt schon seit Jahren ausdrücklich für eine rechtliche Gleichbehandlung von Kindern mit Behinderung ein und fordert eine gesetzliche Anpassung an das Jugendgesetzbuch (§ 42 SGB VIII). Er empfiehlt den diakonischen Trägern dort, wo dies noch nicht geschehen ist, ab sofort  selbstverpflichtend einen Beschluss vom Vormundschaftsgericht einzuholen, sofern eine freiheitseinschränkende Maßnahme überhaupt notwendig ist – sei es aus pädagogischen Gründen oder aus Gründen des (Selbst)Schutzes der betroffenen Person und ihrer Umgebung.

Die Ungleichbehandlung zeigt einmal mehr, dass es wichtig ist, die Hilfen für alle Kinder und Jugendliche in der Jugendhilfe zusammen zu legen. Der FEBS e.V. unterstützt darum seit Jahren die politisch-gesetzgeberischen Aktivitäten auf Bundesebene für diese „große Lösung“.

Verbandsintern wird sich der FEBS e.V. weiterhin dafür einsetzen, dass seine Mitglieder die bereits erwähnten Selbstverpflichtungen einführen und einhalten bzw. die bereits vorhandenen Leitlinien in den Einrichtungen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Der Fachverband Evangelische Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie in Bayern e.V.  (FEBS) ist ein Zusammenschluss diakonischer Träger von Diensten und Einrichtungen, die sich für Menschen mit Behinderung und für psychisch kranke Menschen engagieren. Er ist dem Diakonischen Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche Bayern angeschlossen. Seine 72 Mitgliedseinrichtungen sind rechtlich selbständig und decken nahezu 30 % der Angebote der Behindertenhilfe und 30 % der Sozialpsychiatrie in Bayern ab.

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Sanktion statt Integration.

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Diakonie Bayern kritisiert geplantes Integrationsgesetz

Nürnberg, 06.04.2016 Mit Kritik hat die Diakonie in Bayern auf das geplante Integrationsgesetz der bayerischen Staatsregierung reagiert. „Der Gesetzesentwurf benennt Unterstützungsleistungen des Staates für die Integration, aber auch Forderungen an die Zugewanderten und das ist zunächst berechtigt“, sagte der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel. Die an sich sinnvolle Kombination des Förderns und Forderns sei in dem vorliegenden Gesetzesentwurf jedoch nicht ausgewogen. „Der aktuelle Entwurf scheint mehr auf die Disziplinierung von Ausländerinnen und Ausländern als auf deren Integration zu zielen.“ Teilweise, so Bammessel, verletze der Entwurf selbst jene freiheitlich-demokratische Grundordnung, deren Einhaltung er einfordere.

So sieht der Entwurf beispielsweise vor, den freien Zugang zu öffentlichen Einrichtungen für bestimmte Ausländergruppen präventiv von einer Belehrung abhängig gemacht werden. „Da diese Einschränkung nicht von einer Verletzung der Hausordnung abhängig gemacht wird, sondern eine nicht klar definierten Vor-Ort-Auswahl von Besuchern mit ausländischem Aussehen ermöglicht, wird hier der willkürlichen Diskriminierung Tür und Tor geöffnet.“ Ein klarer Widerspruch zu jener „Leitkultur“, deren Achtung der Gesetzesentwurf von den Betroffenen einfordert, so Bammessel.

Als weitaus gravierender bewertet die Diakonie im Freistaat die geplante Aussetzung der Schulpflicht für einen Teil der Asylbewerberkinder. Die Schulpflicht soll in den Erstaufnahmeeinrichtungen über die bislang geltende Wartezeit von drei Monaten ausgesetzt werden. „Viele Kinder haben durch ihre Flucht bereits monatelang keine Schule mehr gesehen. Es ist mit dem Kindeswohl unvereinbar, sie nun per Gesetz noch länger von der Schule fernzuhalten. In Bayern hat jedes Kind ein Recht auf Bildung und damit auch auf eine Perspektive - unabhängig davon, wo dieses Kind eines Tages leben wird“, betonte Bammessel. „Bayern würde mit diesem Gesetz gegen die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen und damit sogar völkerrechtswidrig handeln.“

Kritisch bewertet die Diakonie auch die geplante Kindergartenpflicht für Kinder, die bei Schulreife nicht genügend Deutsch sprechen. Laut Gesetzentwurf ist vorgesehen, dass Grundschulen Kinder verpflichten können, eine Kindertageseinrichtung zu besuchen, wenn die Sprachkenntnisse der betroffenen Kinder für einen erfolgreichen Schulbesuch nicht ausreichen. Dabei ist weder eine Einbeziehung der Kommune noch der Kindertagesstätten vorgesehen, die ja die erforderlichen Plätze und das Erziehungspersonal für diese Kinder bereitstellen müssen,  „Hier sollen Kindertageseinrichtung sprachliche Kompetenz in einem Umfang vermitteln, wie es im Alltag kaum leistbar ist“, so Bammessel. Verschärfend komme hinzu, dass den Einrichtungen aber die Betriebserlaubnis entzogen werden kann, wenn sie den Empfehlungen der Grundschule nicht folgen können oder wollen. Auch die Eltern können in diesem Fall mit einem Bußgeld belegt werden.

Der Entwurf widerspreche in der jetzigen Form den Grundlagen bayerischer Erziehungs- und Bildungspolitik, wie etwa den Bayerischen Bildungsleitlinien sowie dem bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan.

Bammessel: „Das Integrationsgesetz muss an diesen Punkten dringend überarbeitet werden, um seinem Namen gerecht zu werden.“ Generell bewertete Bammessel jedoch die Bereitschaft des Freistaates positiv, sich auch zukünftig verstärkt für die Integration von Flüchtlingen einzusetzen. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass die staatliche Unterstützung der Migrationsberatung nun auch gesetzlich verankert werden soll.“ Auch die Angebote der Jugendmigrationsdienste und der Jugendsozialarbeit sollten entsprechend abgesichert werden. Der Entwurf eines bayerischen Integrationsgesetzes ist Ende Februar 2016 im bayerischen Kabinett beschlossen worden und befindet sich derzeit in der Verbandsanhörung.

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