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Presse, 15.11.2011

„Wieder ein Jahr verloren.“ Pflegefachverband zieht Bilanz des „Jahres der Pflege“

München 15.11.2011 Ein ernüchterndes Fazit des angekündigten „Jahres der Pflege 2011“ hat der Fachverband Evangelische Altenhilfe (FEA) heute bei seiner Mitgliederversammlung in München gezogen. „Es tut sich nichts. Kein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, keine Eckpunkte für die Verbesserung der Pflege“ konstatierte der Vorsitzende des FEA, Günter Beucker, auf der Presskonferenz zur Mitgliederversammlung.   Pflege, so FEA-Vorsitzender Beucker, „kostet Geld und das muss in der breiten Öffentlichkeit kommuniziert werden.“ Die Erhöhung des Beitrages für die Pflegeversicherung um 0,1 Prozentpunkte hält er darum für „überhastet“. Diese greift zudem erst ab 2013 und löse die grundsätzlichen Probleme in der Pflege nicht. „Ich halte diesen Beschluss nicht für nachhaltig. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Politik sich unter dem Hinweis auf die beschlossene Beitragserhöhung jeder weiteren Reform verweigert.“



Beucker kritisierte sowohl die Politik für die verpasste Chance, etwa den Pflegebedürftigkeitsbegriff zu reformieren als auch die Anbieter der Pflege selbst: „Wir lassen uns immer mehr Bürokratie aufhalsen, und leisten alles mit den vorhandenen Personalschlüsseln und Gebührenverordnungen. Wir versuchen alles umzusetzen, um den Bewohnern und Zupflegenden ein familiäres Umfeld zu gestalten und ein Leben bis zuletzt in der Häuslichkeit zu gewähren, und gleichzeitig akzeptieren wir, dass wir seit 16 Jahren mit festgeschriebenen Einnahmen arbeiten müssen  und dass wir seit 16 Jahren keine Realkosten für Energiebedarf und Nahrungsversorgung erhalten.“ Die Pflege müsse ihre ganze Kreativität und Energie einsetzen, um aus diesem Teufelskreis herauszukommen, und nicht, um mit weniger Einnahmen immer noch mehr zu leisten.

Die stellvertretende Vorsitzende des Fachverbandes, Angelika Pfab aus München, wies auf den steigenden Personalbedarf in der Pflege hin: Bis  zum Jahr 2030 benötigen wir bundesweite zwischen 120.000 und 175.000 Fachkräften“ Darum müsse auch die Ausbildung in der Altenpflege und deren Finanzierung verbessert werden.

Der Fachverband Evangelische Altenhilfe setzt sich für alt werdende und alt gewordene Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche in zeitgemäßer Weise beratend und helfend ein. Zu seinen Aufgaben gehört

  • der Austausch von Erfahrungen auf allen Gebieten der Altenhilfe
  • die Erarbeitung von Stellungnahmen zu grundsätzlichen Fragen der Altenhilfe
  • die Förderung der Zusammenarbeit in allen Fragen der Planung, Errichtung und Betreibung von Einrichtungen und Maßnahmen der Altenhilfe
  • die Ausrichtung von fachbezogenen Tagungen und Erstellung von Arbeitsmaterialien

Dem Fachverband gehören 227 Träger von Einrichtungen der Altenhilfe/Altenarbeit an.

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