Videospiele im Seniorenheim. Diakonie und Nintendo starten Forschungsprojekt mit der Wii Konsole
Nürnberg/Hof, 08.05.2009 Mit einem ungewöhnlichen Forschungsprojekt haben jetzt die Diakonie Bayern und das Videospielunternehmen Nintendo begonnen: In drei Einrichtungen der Diakonie Hochfranken (Hof) wird seit kurzem untersucht, welche neuen Möglichkeiten der Einsatz von Videospielen in Alten- und Pflegeheimen eröffnen kann. Die Untersuchung wird von Professor Dr. Elmar Gräßel von der Psychiatrischen Universitätsklinik Erlangen begleitet. Die Diakonie erhofft sich Erkenntnisse darüber, ob und in welchem Maße erfolgreich Videospiele bei der Betreuung alter Menschen eingesetzt werden können.
Tennis, Dart und Bowling – mit diesen drei Videospielen wollen die Erlanger Forscher und die Diakonie zunächst herausfinden, ob Videospiele in Einrichtungen der Altenhilfe überhaupt dauerhaft akzeptiert würden. „Zwar gab es bereits erste Versuche“, sagt der Präsident der Diakonie Bayern, Dr. Ludwig Markert; die Studie der Diakonie Bayern sei jedoch die erste langfristig angelegte und auch wissenschaftlich fundiert begleitete Untersuchung dieser Art. Gefördert wird die Untersuchung auch vom Bayerischen Sozialministerium. Etwa 30 Bewohnerinnen und Bewohner von drei Pflege-Einrichtungen spielen darum seit kurzem einmal wöchentlich gemeinsam mit der Videospielkonsole „Wii“.
„Das Besondere an der Wii Konsole ist, dass beim Spiel der ganze Körper eingesetzt wird und nicht, wie bislang, nur die Hände und Finger. Die Senioren werden dadurch nicht nur geistig, sondern auch körperlich gefordert und aktiviert. Gleichzeitig erleichtert die Spielsteuerung den alten Menschen den Zugang zu dieser virtuellen Spielwelt, weil sie ihre Spielfigur mit nahezu realistischen Bewegungen lenken,“ beschreibt Professor Elmar Gräßel vom Universitätsklinikum Erlangen die Vorteile. Studien mit anderen Videospielen haben bereits gezeigt, dass sie therapeutische Prozesse positiv beeinflussen können.
Welche langfristigen Folgen das regelmäßige Spiel mit der Wii Konsole haben kann, wollen Diakonie, Nintendo und die Erlanger Forscher möglicherweise in einer Folgestudie untersuchen. Gräßel: „Es ist durchaus denkbar, dass das System nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zur Förderung der Selbstständigkeit eingesetzt werden kann.“ In den Hofer Einrichtungen steht das Spiel im Rahmen des ergotherapeutischen Regelangebotes auf dem Programm. Denn zunächst gehe es um die Akzeptanz des neuen Mediums. „Wir müssen uns selbstverständlich darauf einstellen, dass alte Menschen zukünftig andere Erwartungen auch an das Freizeitprogramm eines Altenheims haben. Videospiele können da durchaus dazugehören“, sagt Markert. Erste Ergebnisse der Studie, so Markert, will die Diakonie im Spätsommer vorstellen.






















