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Presse, 04.05.2010

Menschen mit Behinderung dürfen keine Randgruppe bleiben – Diakonie Bayern zum europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Nürnberg, 04.05.2010 – Seit 1992 findet jährlich am 5. Mai der Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Doch auch in ihrer 19. Auflage hat diese Initiative, die einst von den Interessenvertretungen Selbstbestimmt Leben Deutschland (ISL) ins Leben gerufen wurde, nichts an gesellschaftlicher Bedeutung eingebüßt. Im Gegenteil: „Das diesjährige Motto ‚Inklusion – Dabei sein! Von Anfang an’ zeigt den gewaltigen Nachholbedarf, den unsere Gesellschaft auf dem Weg zur Gleichstellung und Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderung noch immer hat“, sagt Dr. Ludwig Markert, Präsident des Diakonischen Werks Bayern.



Die Forderung nach Inklusion gründet auf der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Diese wurde im März letzten Jahres von der Bunderepublik ratifiziert, konkrete gesetzliche Umsetzungen sind aber bis dato Mangelware. Noch besteht in Politik und Gesellschaft wenigstens in Teilen Uneinigkeit darüber, was Inklusion im Einzelfall bedeutet.

 

Die Diakonie Bayern begreift dieses inhaltliche Vakuum als Chance, denn: „Inklusion muss ein gesamtgesellschaftlicher Prozess sein“, fordert Markert. Letztendlich müsse jeder einzelne Mensch ohne Behinderung seine Haltung gegenüber seinen gehandicapten Mitbürgerinnen und Mitbürgern überdenken, um innere Barrieren und Vorbehalte abzubauen, die oft schon im Ansatz Lösungen verhindern. Dennoch müsse zuerst die Politik geeignete Rahmenbedingungen schaffen. Die Diakonie Bayern sieht daher sich selbst und andere Wohlfahrtsverbände in der Pflicht, Konzepte zu entwickeln und diese im Dialog mit der Politik durchzusetzen.

 

Eine Kernforderung auf dem Weg zur Inklusion ist die gleichberechtigte Interessenvertretung der betroffenen Menschen. „Damit Menschen mit Behinderung keine Randgruppe bleiben, brauchen sie zu allererst gleichberechtigte Mitbestimmung“, fordert Markert. „Ohne wirksame Partizipation der Betroffenen gehen alle Inklusionsansätze über deren Köpfe hinweg. Das wäre ein Widerspruch in sich.“

 

Bundesweit finden rund um den 5. Mai öffentlichkeitswirksame Aktionen statt. In Bayreuth startet die Arbeitsgemeinschaft Offene Behindertenarbeit in Stadt und Landkreis Bayreuth, die aus dem Ambulanten Beratungs- und Servicedienst (ABS) der Diakonie Bayreuth, Offene Hilfen Diakonie Neuendettelsau und den Ambulanten Diensten von Regens Wagner Michelfeld besteht, eine große Aktion: An einem Informationsstand wird auf die Rechte von Menschen mit Behinderung aufmerksam gemacht. Bei einer Malaktion können Plakate zum Thema Inklusion gestaltet werden. Besucher haben außerdem die Möglichkeit, sich an einem Rollstuhl-Parcours auszuprobieren und an einem Quiz teilzunehmen. Für musikalische und sportliche Unterhaltung werden eine Trommelgruppe und eine Sportgruppe bestehend aus Menschen mit Behinderung sorgen.

 

Weitere Informationen zum Aktionstag: www.diakonie-bayreuth.de

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