Fachverband empfiehlt: Abschaffung der Feuerwehren als Brandschutzmaßnahme
Nürnberg, 27.07.2010 Zur Förderung des Brandschutzes hat der Evangelische Erziehungsverband (EEV) nun die Abschaffung der Feuerwehren in Bayern vorgeschlagen. Er folgt damit der Argumentation von Thomas Karmasin, Landrat aus Fürstenfeldbruck. Der hatte vor wenigen Tagen die Abschaffung der Jugendhilfe gefordert. Die gestiegene Fallzahl habe die Kosten nach Karmasins Ansicht derartig in die Höhe getrieben, dass die Abschaffung der einzige Ausweg sei. Die Schlussfolgerung, die Jugendhilfe abzuschaffen, weil sie zu teuer geworden sei, ist nach Ansicht des EEV ein ebensolcher Trugschluss wie der Versuch, Brände durch die Abschaffung der Feuerwehr zu bekämpfen. Christian Oerthel, Vorsitzender des EEV: „Herr Karmasin übersieht leider, dass die Jugendhilfe die Probleme nicht verursacht, sondern an der Bewältigung ihrer Folgen arbeitet.“
Ursächlich für die gestiegenen Kosten in der Jugendhilfe seien die wachsende Zahl von Kindern und Jugendlichen, die in problembelasteten Familien aufwachsen. „Berichten die Medien über Kindstötungen und dramatische Kinderschicksale, so ist die öffentliche Empörung groß. Um aber genau solchen Phänomenen entgegen zu wirken, brauchen wir die wirksame Bekämpfung von Kinder- und Bildungsarmut, von Ausgrenzung und Maßnahmen zur Förderung von Chancen- und Bildungsgerechtigkeit.“ Hier leiste die Jugendhilfe einen wichtigen Beitrag. „Wenn die Zahl der Hilfebedürftigen steigt, die Kinderarmut zunimmt, das nötige Geld fehlt und zunehmend mehr Eltern damit überfordert sind, dem gesellschaftlichen Druck Stand zu halten, dann steigen – wen wundert das wirklich - Bedarf und Kosten.“
„Ihre Abschaffung zu fordern, zeugt allerdings von einer völligen Verkennung dessen, was die Jugendhilfe in Bayern leistet – auch im Bereich der Prävention“, kritisiert Oerthel den Landrat. Auf lange Sicht führten die Angebote der Jugendhilfe sogar zu einer Entlastung der Sozialhaushalte, da sie den Betroffenen die Chance auf ein Leben ohne Transferleistungen ermöglicht.
„Wir laden Herrn Karmasin herzlich ein, sich in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe selbst ein Bild von den Aufgaben und den Leistungen unserer Arbeit zu machen – etwa bei der Aktion Rollentausch im kommenden Frühjahr; gerne aber auch zu einem anderen Termin.“



