Bayerische Diakonie fordert bessere Rahmenbedingungen für die Pflege
Nürnberg, den 26. Mai 2009 Die Arbeitsbedingungen in der Pflege haben sich aus Sicht der bayerischen Diakonie in den vergangenen Jahren extrem verschärft, insbesondere seit Einführung der Pflegeversicherung. Die Bürokratie ist gewachsen, und der Druck auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Alten- und Pflegeheimen ist enorm. Diakoniepräsident Dr. Ludwig Markert: „Die Pflegekräfte in der Diakonie leisten tagtäglich aufopferungsvolle Arbeit, die körperlich wie psychisch eine große Herausforderung darstellt. Dies verdient große Ankerkennung, Hochachtung und Unterstützung.“
Angesichts dieser Situation sieht Diakoniepräsident Markert die Qualität der Pflege in Gefahr und fordert erneut die Politik zum Handeln auf: „Die Refinanzierung von Pflegeleistungen, sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich, ist nicht ausreichend. Politische Vorgaben, wie beispielsweise die grundsätzlich begrüßenswerte Berücksichtigung des Hilfebedarfs von Demenzkranken, machen keinen Sinn, wenn die mit diesen Verbesserungen verbundenen Mehrkosten nicht finanziert werden. Dafür muss die Politik Sorge tragen.“
Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Pflege ist aus Sicht der bayerischen Diakonie unabdingbare Voraussetzung, um einer menschlichen Pflege gerecht zu werden. Alle pflegerischen Maßnahmen sollten an den Bedürfnissen der Heimbewohnerinnen und –bewohner ausgerichtet werden. Diakoniepräsident Markert betont: „Diakonische Pflege heißt eine am Menschen orientierte Pflege, heißt Zuhören und Zeit haben für die Wünsche, Nöte und Sorgen der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen.“ Dies erfordere ein hohes Maß an Sensibilität und Wachsamkeit, Aufmerksamkeit und Belastbarkeit. Dabei sei zu beachten, dass eine erhöhte ethische Kompetenz in Alten- und Pflegeeinrichtungen entwickelt und auch ausreichende Fortbildungsmöglichkeiten aufgebaut werden müssten. Auch für diese Maßnahmen sei eine bessere finanzielle Versorgung der Pflegeeinrichtungen unabdingbar.
Der Präsident des Diakonischen Werkes Bayern setzt sich weiterhin für mehr Transparenz in der Pflege ein und möchte den Pflegekräften Mut machen, öffentlich Kritik zu äußern und auf den dringenden Handlungsbedarf in der Pflege hinzuweisen.
So unterstützt das Diakonische Werk Bayern auch die heute gestartete Kampagne der Bundesdiakonie WEIL WIR ES WERT SIND. Diese Unterschriften-Aktion hat das Ziel, die Anerkennung und Wertschätzung der Pflege zu erhöhen. Weitere Informationen zu dieser Kampagne sind im Internet unter der Adresse www.weil-wir-es-wert-sind.de abrufbar.



